Beschreibung
Die eintägige Online-Konferenz vermittelt das entscheidende Know-how, das für die sichere und normgerechte Konstruktion von Maschinen erforderlich ist. Die Teilnehmer profitieren von der Expertise praxiserprobter Fachleute und erhalten relevantes Normenwissen, das in der Konstruktion unverzichtbar ist.
Für wen?
- Konstruktion, Elektroplanung und technische Dokumentation
- Projektmanagement und Projektleitung
- Produktsicherheit (CE-Beauftragte, Compliance Manager, Dienstleister)
- Arbeitssicherheit (Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragte)
- Berufseinsteiger in Konstruktionsabteilungen
Inhalte
08:30 – 08:35 Uhr
Christian Aumann
Begrüßung
08:35 – 09:15 Uhr
Christian Aumann
Eröffnungs-Keynote: Was Personen in der Konstruktion über die Risikobeurteilung unbedingt wissen müssen
- Basiswissen Risikobeurteilung – Das müssen Sie wissen, auch wenn Sie selbst keine Risikobeurteilungen erstellen.
- Die Risikobeurteilung ist sowohl gesetzliche Pflicht also auch in Normen gefordert!
- Achtung: Das 3-Stufen-Prinzip (Gefahren vermeiden, Schutzmaßnahmen, Benutzerinformationen) muss bei allen Konstruktionsentscheidungen berücksichtigt werden.
- Warum auch vorhersehbare Fehlanwendungen in der Konstruktion beachtet werden müssen!
- Die häufigsten Fehler in der Risikobeurteilung erkennen und vermeiden.
- Fragen & Antworten (Q&A)
09:15 – 10:30 Uhr
Kevin Nikolai
Die passende Schutzeinrichtung: normgerecht und manipulationssicher auswählen und umsetzen
- Welche Schutzeinrichtung passt? Unterschiede zwischen feststehenden, beweglichen und berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen.
- Gesetzliche Vorgaben vs. Handlungsspielraum: Was die Maschinenverordnung zwingend vorschreibt und wo Sie entscheiden können.
- Schutzstellung nach Demontage: Wann muss die Schutzeinrichtung nach dem Lösen von Befestigungen in Position bleiben – und wann nicht?
- Befestigungsmethoden im Vergleich: Schrauben, Nieten, Schweißen – Anforderungen an unverlierbare Befestigungsmittel, Spezialschrauben und Manipulationsschutz.
- Manipulationsanreiz bewerten und vermeiden: Wie Sie erkennen, ob Bediener einen Vorteil durch Umgehung hätten – und wie Sie diesen Anreiz konstruktiv beseitigen.
- Verriegelung und Zuhaltung: Wann reicht eine Verriegelung – und wann ist zusätzlich eine Zuhaltung erforderlich? Was bei der Auslegung zu beachten ist: vom Arbeitsstrom- und Ruhestromprinzip über die richtige Codierung bis hin zur erforderlichen Zuhaltekraft.
- Flucht- und Notentriegelung: Warum manuelle Entsperrungen wichtig sind – für die Rettung eingeschlossener Personen oder den Zugang im Notfall.
- Fragen & Antworten (Q&A)
10:30 – 10:45 Uhr
Kaffeepause
10:45 – 12:00 Uhr
Markus Erdorf
Mehr als Maße: Sicherheitsabstände so festlegen, dass sie schützen
- Sicherheitsabstände in der Konstruktion für Maschinen: Wie mit Trennungsabständen zwischen beweglichen Teilen eine Quetschgefahr vermieden werden kann.
- Schutzeinrichtungen richtig Positionieren: damit Hindurchgreifen, Übergreifen, Untergreifen zu keiner Gefährdung führen.
- Besonders große oder kleine Mitarbeitende: Wie verlässlich sind die Werte in Normen und wo müssen Sie nachjustieren?
- Anordnung von Schutzeinrichtungen: In welchen Abstand berührungslos wirkende und weitere Schutzeinrichtungen (z. B. Lichtschranken, Scanner oder Zweihandschaltungen) platziert werden, dass sie wirksam schützen.
- Berechnung des Trennungsabstandes: Welche Faktoren – Annäherungsgeschwindigkeit und Nachlaufzeit – entscheidend sind und wie Sie sie praxisgerecht ermitteln und berücksichtigen.
- Fragen & Antworten (Q&A)
12:00 – 13:00 Uhr
Mittagspause
13:00 – 14:00 Uhr
Thomas Müller
Was mechanische Konstrukteure über sicheren Steuerungsbau wissen müssen – Beispiele aus der Elektro- und Fluidtechnik
- Sicherheit durch Steuerung: Von der Risikobeurteilung zum richtigen Performance Level – wie Sie die Anforderungen praxisgerecht umsetzen.
- Was macht ein Bauteil „sicher“ – und wann gelten Komponenten als „bewährt“?
- Auf was bei der Auswahl von Sensor und Aktoren geachtet werden muss, wenn diese eine Sicherheitsfunktionen erfüllen müssen: Kategorie, Ausfallwahrscheinlichkeit, und Co.
- Diagnosedeckung am Beispiel einer Ventilüberwachung: Erkennung über den Prozess, durch Drucküberwachung oder über Schaltposition.
- Not-Aus und Not-Halt: Unterschied, Einsatzzweck, Gestaltung und Position der ergänzenden Schutzmaßnahme.
- Sicherheitsprinzipien: Schutz vor unerwartetem Anlaufen, Schutz vor unkontrollierten Bewegungen, Fail-Safe-Design, Geschwindigkeiten und Kräfte begrenzen.
- Fragen & Antworten (Q&A)
14:00 – 15:00 Uhr
Dr. Thomas Wilrich
Kann man Normen vertrauen? Die Rolle technischer Normen vor Gericht und welches Haftungsrisiko Konstruierende haben
- Zusammenspiel von Normen und Rechtsvorschriften: Wie technische Normen und gesetzliche Anforderungen ineinandergreifen und welche Bedeutung dies für die Praxis hat.
- Tipps zur Normenrecherche: Methoden und Quellen, um relevante Normen effizient zu finden und aktuell zu halten.
- Wofür sind Konstruierende verantwortlich, und wofür könnten sie persönlich (in sehr seltenen Fällen) haftbar gemacht werden?
- Das Gesetz fordert die Einhaltung des "Standes der Technik" - wie weit helfen Normen dies zu erfüllen?
- Warum technische Normen in Gerichtsverfahren häufig eine Nebenrolle spielen, sie zur Haftungsvermeidung aber trotzdem essenziell sind.
- Warum Konstrukteure für Fehler häufig nicht bestraft werden, ab wann jedoch eine (strafbare) Fahrlässigkeit vorliegt.
- Tipps zur Vermeidung persönlicher Haftungsrisiken.
- Fragen & Antworten (Q&A)
15:00 – 15:15 Uhr
Kaffeepause
15:15 – 16:15 Uhr
Michael Mersmann
Ergonomische Gestaltung von Maschinen – für mehr Komfort, Produktivität und Sicherheit
- Ergonomie als Sicherheitsfaktor: Wie Sie Risiken in der Konstruktionsphase von Anfang an vermeiden.
- Ergonomie in allen Lebensphasen der Maschine: Von Installation bis Wartung.
- Konstruktion für den Menschen: Körpermaße, Haltung, Bewegungen, Kraft und mentale Belastung berücksichtigen.
- Mensch-Maschine-Schnittstelle: Anzeigen, Signale und Stellteile klar und intuitiv gestalten.
- Mensch-Maschine-Interaktion mit KI: autonome oder KI-gestützte Maschinen müssen ihre geplanten Handlungen klar kommunizieren – mit angemessenen Reaktionen, verbal und nonverbal.
- Arbeitsumgebung optimieren: Lärm, Vibrationen, Beleuchtung und Klima im Blick behalten.
- Belastungen richtig einschätzen: Dauer, Frequenz und Bewegungsabläufe kombinieren.
- Typische Konstruktionsfehler vermeiden – und Best Practices nutzen.
- Fragen & Antworten (Q&A)
16:15 – 16:30 Uhr
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Abschlussdiskussion und Zeit für Ihre Fragen
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